KI-Nutzungsrichtlinie für ChatGPT und Microsoft Copilot
Praktische Vorlage für die Nutzung von ChatGPT, Microsoft Copilot und generativer KI mit Datenregeln, Prüfpflichten und Schulungs-CTA.
- Sofort kopierbar
- An Art. 4 KI-VO ausgerichtet
- Kostenlos & ohne Anmeldung
ChatGPT, Copilot und Gemini werden in Unternehmen oft schneller genutzt, als Governance-Prozesse entstehen – mit echten Risiken für Datenschutz, Qualität und Vertraulichkeit. Diese Acceptable-Use-Policy gibt Fachabteilungen klare, alltagstaugliche Regeln: welche Tools freigegeben sind, welche Daten hineindürfen, was verboten ist und wann eine menschliche Prüfung Pflicht ist. Sie enthält tool-spezifische Hinweise zu Microsoft Copilot und ChatGPT und ergänzt die übergeordnete KI-Richtlinie.
So nutzen Sie diese Vorlage
- 1Freigegebene Tools (Enterprise-Versionen) konkret eintragen.
- 2Datenklassen-Tabelle an Ihre Klassifizierung anpassen.
- 3Tool-spezifische Hinweise zu Copilot und ChatGPT prüfen.
- 4Mit IT die Microsoft-365-Berechtigungen vor dem Rollout klären.
- 5Vor Freischaltung KI-Grundschulung verbindlich machen.
Nutzungsrichtlinie für ChatGPT, Copilot & Co.
Hinweis: Diese Richtlinie konkretisiert die übergeordnete KI-Richtlinie für generative KI-Assistenten. Ersetzen Sie die kursiven Platzhalter und stimmen Sie die Tool-Liste mit IT und Datenschutz ab.
Gilt für: [Teams / gesamtes Unternehmen] · Version: 1.0 · Stand: [Datum]
1. Freigegebene Tools
Erlaubt ist ausschließlich die Nutzung der freigegebenen, geschäftlichen Versionen:
- [z. B. Microsoft Copilot für Microsoft 365]
- [z. B. ChatGPT Enterprise / Team]
- [z. B. Gemini für Google Workspace]
Private Accounts (z. B. kostenloses ChatGPT) dürfen nicht für Unternehmensdaten verwendet werden.
2. Welche Daten hineindürfen
| Datenklasse | Beispiele | Eingabe erlaubt? |
|---|---|---|
| Öffentlich | veröffentlichte Inhalte, Marketing | ja |
| Intern | Entwürfe ohne Personenbezug | ja, mit Vorsicht |
| Vertraulich | Kunden-, Personal-, Vertragsdaten | nur nach Freigabe |
| Geheim | Zugangsdaten, Geschäftsgeheimnisse, Quellcode | nein |
3. Erlaubte Anwendungsfälle
- Entwürfe für interne Texte und E-Mails
- Zusammenfassungen freigegebener Informationen
- Ideenfindung, Strukturierung, Umformulierung
- Unterstützung bei nicht sensibler Recherche und Lernen
4. Nicht erlaubt ohne Freigabe
- Eingabe personenbezogener oder vertraulicher Daten
- automatisierte Entscheidungen über Menschen (z. B. Bewerber)
- ungeprüfte Rechts-, Finanz- oder Medizinempfehlungen
- Veröffentlichung von KI-Ausgaben ohne fachliche Prüfung
5. Prüfpflicht (menschliche Kontrolle)
Jede KI-Ausgabe wird vor Verwendung auf Fakten, Quellen, Tonalität, Bias und Datenschutz geprüft. Inhalte für Kunden oder die Öffentlichkeit werden zusätzlich von einer qualifizierten Person freigegeben.
6. Microsoft Copilot – spezifische Regeln
- Copilot greift auf bestehende Microsoft-365-Berechtigungen zu und kann nur Daten anzeigen, die der Nutzer ohnehin sehen darf.
- Vor dem Rollout sind Berechtigungen in SharePoint, Teams und OneDrive zu prüfen, um Überberechtigungen zu vermeiden.
- Ergebnisse aus internen Dokumenten sind dennoch zu verifizieren.
7. ChatGPT – spezifische Regeln
- Nur die Enterprise-/Team-Version verwenden; dort werden Eingaben standardmäßig nicht zum Modelltraining genutzt.
- Keine vertraulichen Daten in private oder kostenlose Accounts eingeben.
- Datenschutz- und Verarbeitungseinstellungen gemäß IT-Vorgabe belassen.
8. Transparenz
KI-Unterstützung wird offengelegt, wo sie Kunden, Bewerber oder Geschäftspartner wesentlich betrifft.
9. Schulung und Verstöße
Vor der produktiven Nutzung absolvieren Anwender eine KI-Grundschulung gemäß Art. 4 KI-VO. Verstöße gegen diese Richtlinie können arbeitsrechtliche Folgen haben.
Wann diese Vorlage relevant wird
Die KI-Verordnung greift gestaffelt. Die Pflicht zur KI-Kompetenz gilt bereits – organisatorische Maßnahmen wie diese Vorlage sollten deshalb nicht auf den nächsten Stichtag warten.
1. August 2024
In KraftKI-Verordnung tritt in Kraft
Die Verordnung (EU) 2024/1689 tritt in Kraft. Die einzelnen Pflichten greifen anschließend gestaffelt.
2. Februar 2025
In KraftKI-Kompetenz (Art. 4) & verbotene Praktiken (Art. 5)
Die Pflicht zur KI-Kompetenz gilt seit diesem Datum für alle Anbieter und Betreiber. Gleichzeitig sind verbotene KI-Praktiken untersagt.
2. August 2025
In KraftPflichten für GPAI-Modelle & Governance
Transparenz- und Dokumentationspflichten für Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck (GPAI) sowie die Governance-Strukturen werden wirksam.
2. August 2026
GeplantMarktüberwachung, Hochrisiko & Transparenz (Art. 50)
Die nationale Marktüberwachung und Durchsetzung starten. Pflichten für Hochrisiko-KI nach Annex III und die Transparenzpflichten nach Art. 50 werden anwendbar.
2. August 2027
GeplantVolle Compliance für Bestands-GPAI & eingebettete Hochrisiko-KI
GPAI-Modelle, die vor August 2025 in Verkehr gebracht wurden, müssen vollständig konform sein. Weitere Hochrisiko-Fälle folgen.